~It's hard to light a candle, easy to curse the dark instead~ (Nightwish)
Am 12. August ging es für mich und Tony Richtung Berlin, um bei einer Fotosession des Fourth Trimester Bodies Project mitzuwirken. In der Zeit zwischen unserer Ankunft und dem Fotoshooting trafen wir uns mit einer neuen Freundin und ihrem süssen, kleinen Jungen. Nach einem wunderbaren Treffen verabschiedeten wir uns wieder und stiegen pünktlich in die S-Bahn Richtung Fotolocation - doch Bauarbeiten am Gleis verursachten eine Verspätung und, dass die Bahn bestimmte Haltestellen auslassen musste, so auch die, wo ich hätte umsteigen müssen, um noch pünktlich zu kommen. Erst war ich nur 15 Minuten zu spät, dann 30 und bald über eine Stunde, als ich eine SMS von den Projektleitern bekam,
dass es ihnen aufgrund meiner Verspätung nicht mehr möglich sei, mich noch für meine Session willkommen zu heissen.
dass es ihnen aufgrund meiner Verspätung nicht mehr möglich sei, mich noch für meine Session willkommen zu heissen.
Na super, dachte ich. Dieser Trip und das Shooting hatten mich eine ganze Menge Geld gekostet und als Schülerin/Studentin kann man sich vorstellen, dass ich es nicht besonders dicke habe. Zudem war ich den ganzen Tag mit Baby unterwegs gewesen. Ich war total erschöpft und fühlte mich irgendwie verloren, wusste nicht mehr, wohin. Mein Zug zurück nach Hause fuhr erst um 21 Uhr, mein Akku war leer und eigentlich wollte ich nur noch heulen und mich verkriechen. Ich spielte sogar kurz mit dem Gedanken, meinen Zug umzubuchen und sofort nach Hause zu fahren, koste es, was es wolle.
Doch als ich so zur U-Bahn Station lief, musste ich irgendwie über die ganze Sache grinsen. Sowas konnte auch nur wieder mir passieren und wahrscheinlich war es einer dieser Vorfälle, die das Leben einem ab und an vor die Füsse wirft.
Ich dachte noch einmal über alles nach. Was dies nun bedeuten könnte. Und ich bilde mir ein, dass ich die Bedeutung genau kenne. Meine Motivation, bei diesem Projekt mitzuwirken, war nicht richtig. Ich wollte dabei sein, um mich selber ins Rampenlicht zu drängen, den Blog zu promoten und die Leute dazu zu bewegen, mich als Inspiration zu sehen - ich wollte den Fame, um mich besser zu fühlen mit mir selbst und meiner Geschichte. Wann zur Hölle war ich zu einer solchen attention whore geworden? Es war dieser Moment, wo ich verstand, dass ich mein Leben die letyten Monate in eine Richtung gelebt hatte, die mir eigentlich zu hundert Prozent gegen Natur und Gewissen ging.
Dann sah ich Tony an, diesen süssen, kleinen Jungen, der den ganzen Tag mit einer unglaublichen Geduld und Ruhe ertragen hatte. Und ich dachte an seinen Papa und all unsere tollen Erinnerungen, an das schöne Treffen mit unserer Freundin früher an diesem Tag - all diese farbenfrohen Erinnerungen, die so viel schöner und wertvoller sind als ein schwarz-weiss Foto von mir in schwarzer Unterwäsche, gemacht von einem Fremden, jemals sein könnte. Die ganze Zeit war ich die reicheste Person auf Erden und um ehrlich zu sein ist es mir etwas peinlich, dass ich erst so tief sinken (aka Leute bezahlen, um mich zu promoten) musste, bevor ich diese sehr wichtige Einsicht gewonnen habe.
Ich habe meine Geschichte mehrere Male in vielen Variationen an vielerlei Orten erzählt. Jetzt ist es Zeit für mich, nach vorne zu schauen und zu sehen, was für ein wunderbares, kunterbuntes Geschenk mein Leben ist. Mein Leben mit meiner wundervollen, kleinen Familie!
Dieser Tag war absolut nicht, was ich erwartet hatte, war aber umso bedeutender. Nie hätte ich gedacht, dass solch ein Erlebnis mir so enorm dabei helfen würde, einen solch grossen Schritt in die richtige Richtung zu machen, Geburtstrauma und Wochenbettdepression den Rücken zu kehren und umso schneller Richtung Sonnenschein zu leben. Natürlich werde ich trotzdem weiter bloggen, aber es wird hier vielleicht etwas ruhiger.
Eure Wiebke
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen